Ich war heute mit ein paar Freunden auf der Gamescom in Köln.
Da dies für uns der erste Messebesuch dieser Art war, waren wir auch entsprechend orientierunglos.
Der Einlass war erwartungsgemäß unspektakulär, zumindest haben wir uns auf Anhieb gefunden.
Dann starteten wir unsere Reise durch die heiligen Hallen, merkten jedoch schnell, dass wir, trotzdem wir relativ häufig miteinander gespielt haben, teils stark unterschiedliche Interessen hatten.
Während die einen bei Fußballspielen hängen blieben, zog es andere wiederum in Richtung der MMORPGs oder einzelner Highlights.
Also trennten wir uns regelmäßig und machten Treffpunkte und Uhrzeiten aus.
Auch das klappte ganz hervorragend. Dennoch blieb ein Hauch der Verwirrtheit, da wir aufgrund gewisser Eigenarten der Gamescom auch keine Festen Zielpunkte hatten.
Ich hatte zuvor schon von Kollegen gehört, dass auf der Gamescom z.B. sämtliche USK18-Spiele in abgeriegelten Räumen vorgestellt würden und die Warteschlangen davor teils enorm seien.
Dies entsprach zu 100% der Wahrheit.
Kaum einer von uns hatte ein Spielehighlight ausgemacht, für das er bereit wäre lange anzustehen.
Einer wollte gerne Assassins Creed 2: Brotherhood spielen, allerdings waren ihm die 3 Stunden Wartezeit dann doch zu lang.
Also schlurften wir von Stand zu stand und beschäftigten uns mit den eher weniger gehypten Spielen, die entsprechend schnell zugänglich waren.
Bei dem ein oder anderen Spiel muss ich auch sagen, dass es durchaus interessant sein könnte, von daher war dieser Weg nicht gar so erfolglos.
Davon abgesehen gibt es auf Messen natürlich auch immer mehr oder weniger cooles Zeug abzustauben.
Wir waren da alle eher dezent.
Wenn ein Stand etwas freiwillig und ohne große Hindernisse hergab, nahmen wir dankend an.
Allerdings hatte keiner von uns die Ausdauer oder auch nur Lust um z.B. am Stand von Razor oder Trion in einer Menschenmasse zu springen, zu schreien und dann vielleicht eines der zugeworfenen T-Shirts zu ergattern.
Teilweise sehr schade, aber letztendlich zu verschmerzen. Ein Portal2-Shirt hätte ich dennoch gerne gehabt...
Wo wir gerade bei Razor sind:
Einige Bereiche der Messe waren (erwartungsgemäß ) sehr laut. Dass auf einer Spielemesse aber ausgerechnet ein Hardwarehersteller der mit abstand lauteste Stand ist, fand ich doch etwas faszinierend.
Während die Masse gemütlich, ruhig und erwartungsvoll an Diablo III oder WoW Cataclysm anstand, wurde bei Razor durchgehend gefeiert, als sei man auf einem Musikfestival.
Halle 8 war es, glaube ich, wo dann eher die pädagogisch anspruchsvollen Stände aufgebaut wurden - bis auf THQ.
Das war nun wirklich sehr beeindruckend inmitten der (aus Sicht eines Spielers) Wüstenei.
Zumal dort eine ganze Zeit lang ein Space Marine und Chaos Space Marine standen.
Die Kostüme waren recht eindrucksvoll (nicht perfekt, aber sehr, sehr gut gemacht) und die Hühnen mit ihren 2,30m (schätze ich) auch ziemlich "lebensecht".
Dort posierten sie dann für Fotos mit Besuchern.
Sehr witzig: Während direkt auf der anderen Seite (ca. 4 m) ein Stand für....ehr.... Medienkompetenz für Kinder, glaube ich, war, erfüllten die kostümierten Engel des Todes auch Posing-Wünsche wie mit dem Bolter direkt auf den Kopf des Besuchers zu halten.
Natürlich steckte dahinter keine böswillige Absicht, aber ausgehend von der Lage des THQ-Standes und den direkten Nachbarn war dies doch zweifelsohne recht zynisch und mutig.
Ich fand es dennoch sehr gut. Ohne diesen Stand hätte Halle 8 (oder so) wohl komplett seinen Reiz für den Durchschnittsbesucher verloren.
Was im übrigen garnicht ging, waren die Preise des Caterings.
Für eine normale Portion Pommes: 2,80€ (alle Angaben ohne gewähr)
Halbe Pizza Salami: 5,40€
Red Bull: 3€
Ich war schon sehr froh mein Wasser und ein paar Zuhause gemachte Brötchen dabei gehabt zu haben - auch zur Freude anderer.
Letztendlich war die Gamescom interessant, aber in der jetzigen Form relativ sinnlos.
Besser wäre es, wenn es eine Halle für USK18 gäbe.
Ich würde mich meist damit begnügen einfach nur einen Blick auf die Spiele werfen zu können, wie es an einem normalen Rechner aussieht.
Dafür jedoch teilweise über 3 Stunden anzustehen ist für mich nicht annehmbar.
Eine schöne, laute Erfahrung, die mit etwas mehr Vorbereitung/ Erfahrung unsererseits noch deutlich besser hätte werden können - wenn man denn auch noch etwas mehr von den Highlights hätte sehen können.
Update
Centurio hat nun auch
seinen Blog geschrieben und kann im Gegensatz zu mir auch mit Fotos aufwarten